Anna Mitgutsch: Wenn du wiederkommst
Juan José Millás: Meine Straße war die Welt
Kerstin Ekman: Hundeherz
Elliot Perlman: Drei Dollar
David Foster Wallace: Unendlicher Spass
Yael Hedaya: Eden
Philip Roth: Empörung
Michael Köhlmeier: Idylle mit ertrinkendem Hund
Patrick Rothfuss: Der Name des Windes
Stewart O'Nan: Alle, alle lieben dich
S. Fischer 2009, 206 S.
Der Roman, den Juan José Millás geschrieben hat, ist sehr stark autobiographisch. Er beginnt, als der Ich-Erzähler 6 Jahre alt ist und die neunköpfige Familie in den 50er Jahren von Valencia nach Madrid gezogen ist. Dort ist alles anders:
»Am Anfang war die Kälte. Wer als kleines Kind gefroren hat, wird für den Rest seines Lebens frieren - die Kälte der Kindheit verschwindet nie... Ich erinnere mich an die Berührung der Bettlaken, eiskalt wie Leichentücher... wenn ich hineinschlüpfte. Ich erinnere mich an die Kälte von Löfflen und Gabeln, bis sie sich im Kontakt mit den Händen erwärmten. Ich erinnere mich an die Taubheit der Füße... Ich erinnere mich an die Frostbeulen... Ich erinnere mich vor allem, daß die Kälte aus den Nichts kam, so daß sie auch nicht aufzuhalten war. Sie gehörte zur Atmosphäre, zum Leben, denn das Leben bestand aus Kälte...«
Es ist aber natürlich der Erwachsene, der erzählt, immer wieder zurückschauend auf die Kindheit, mal nur erinnernd, dann wieder aus der Position des Erwachsenen wertend und einordnend:
»Die Reise der Familie nach Madrid markierte ein Vorher und ein Nachher, nicht nur, weil wir nachher Arm wie Kirchenmäuse waren oder weil es vorher nicht kalt gewesen war, sondern weil ich, dank diesem Einschnitt, ganz genau weiß, zu welcher Etappe welche Erinnerung gehört.«
Ein großer Teil des Romans spielt im Umfeld dieser ersten Wohnung der Familie, seiner Straße. Sie ist ihm vertraut, jedoch erst mit dem Blick aus dem Kellerfenster des Nachbarjungen verändert sich die Welt, erblickt er erstmals eine völlig neue Perspektive auf die Welt, die er immer wieder sucht. Es zieht eine Mystik in sein Leben ein, die Realität verwischt, hat verschiedene Seiten, er gehört dazu und doch wieder nicht. Dieses Gefühl wird zu einem Bedürfnis, er hat es immer wieder, nämlich der Realität zu entfliehen, in der Kindheit manchmal mit Ätherschnüffeln, in Tagträumen oder im Fieber wenn er krank ist: er schätzt die Erfahrung anderer Bewußtseinszustände, als Erwachsener... ...weiterlesen...
nach obenPiper Verlag 2009, 128 S.
Ein Hund, noch ganz jung, unerfahren - es wäre also besser zu sagen: ein Welpe - verliert seine Mutter und sein "Herrchen" in der Einsamkeit der schwedischen Natur. Es ist Winter, kalt, tiefer Schnee liegt und er ist gewungen, ganz auf sich allein gestellt zu überleben. Mit viel Glück schafft er diesen ersten Winter, der Hunger treibt ihn, sein Jagdinstinkt erwacht, seine Sinne schärfen sich.
Das Buch erzählt von der Natur:
»Diejenigen, die um ihn herum in Höhlen und Nestern wohnten, hatten alle ihre Art zu leben. Von dem Augenblick an, in dem das Licht und der Hunger in ihren Schlaf zu sickern begannen, bis zum Einbruch der Dunkelheit, wenn sie den Schnabel unter den Flügel steckten oder den Schwanz um Pfoten und Schnauze krümmten, lebten sie jeden Tag auf gleiche art. Sie flitzten die gleichen Stämme hinauf und krochen in die gleichen Löcher.«
Vom Leben in den Wäldern oder den Bergen wird erzählt, vom Leben und Überleben eines einsamen Hundes, der langsam lernt sich zu behaupten, die Natur und ihre Geräusche, Gerüche, Mitbewohner zu verstehen. ...weiterlesen...
nach obenDVA 2010, 411 S.
»Ich begegne Amanda alle neuneinhalb Jahre. Das ist keine Regel. Es muss nicht so sein, aber es hat sich bis jetzt vier Mal so ergeben.«
So beginnt der erste Roman von Elliot Perlman und diese Begegnungen rahmen die Geschichte ein, geben ihm seine Struktur. Am Anfang des Buches ist Eddie 9 Jahre alt und er erzählt von seiner Sandkastenfreundin Amanda, damals schon ein hübsches Mädchen aus der Nachbarschaft. Eddie wächst in einer durchschnittlichen Mittelstandsfamilie auf, Amanda dagegen ist die Tochter eines reichen, aufstrebenden Unternehmers. Was folgt ist der Abbruch des Kontakts, indem Amandas Mutter dem neunjährigen Eddie kalt das Ende telefonisch mitteilt.
So wird bis zur Hälfte des Buches Eddies Aufwachsen, sein Werdegang, Studium, Freundin, Heirat usw geschildert, bis wir in der Gegenwart des Romans ankommen, die 90er Jahre im australischen Melbourne. Er ist Chemieingenieur geworden, arbeitet an einer Umweltbehörde und lebt in einer Ehe mit Tanya, die er schon zu Studienzeiten an der Uni kennengelernt hat. Sie ist ein wenig ein charakterlicher Gegenpol zu Eddie, an der Uni quicklebendig und engagiert, hält Seminare, politisch hochmotiviert für eine bessere Gesellschaft. Beider Leben mündet in einen durchschnittlichen Alltag, nachdem das Kind da ist scheinen sie glücklich, sie machen eigentlich alles richtig. Und doch zeigen sich in der Mitte des Lebens (auch des Buches) erste Probleme, beide sind von Jobverlust bedroht, was auch Verlust des Hauses bedeuten würde, Tanya verfällt immer mehr in tiefe Depressionen und Eddie steht massiv unter Druck in seiner Behörde. In einem Umweltgutachten steht er vor der Wahl, dem Druck seiner Vorgesetzten nachzugeben und ganz gegen seine Überzeugung falsche Beurteilungen abzugeben, die echten Zahlen zu unterdrücken, was jedoch für die Umwelt Katastrophale folgen hätte, oder seinen Job zu verlieren. Die Zeit ist geprägt durch Deregulierung, Neoliberalismus und der Macht der Märkte. Er ist und bleibt ein geradliniger Mann, versucht aufrecht und anständig zu bleiben, so ist sein Charakter, ganz in Übereinstimmung mit der politschen Haltung seiner Frau und wird schließlich entlassen.
Dieses Hinsteuern in das Drama dominiert die zweite Hälfte des Buches. ...weiterlesen...
nach obenKiepenheuer & Witsch 2009, 1547 S.
(OT Infinite Jest, 1996)
Aus dem Amerikanischen von Ulrich Blumenbach
Diesmal schildere ich meine Leseeindrücke nicht als abschließende Bewertung, sondern als Bericht "aus der Mitte": ein kleiner Eindruck aus dem Buch, indem ich hier einige Gedanken einfüge. Daran läßt sich dann schon deutlich erkennen, wie es mir mit dem Buch erging.
Und, falls jemand antizipieren möchte: ich hab kurz den Inhalt des Buches (bis zur Hälfte) szenenweise zusammengefaßt bzw. wenige Stichworte dazu. Für mich war das hilfreich, wenn ich was wiederfinden wollte...
Einige Gedanken zum Buch:
Bin nun auf Seite 700 stehen geblieben, weil ich ein anderes Buch zwischengeschoben habe. Und gestern dann wieder wenige Seiten gelesen: ich hab es nicht über, bin gleich wieder drin. Wenn ich über die gelesene Szene nachdenke, muß ich gleich wieder grinsen, weniger über das gelesene Gespräch (Maranthe und Steeply, die uns das ganze Buch über begleiten), sondern über die Situation, die Absurdität, diese merkwürdigen Figuren und wie ich sie mir vorstelle).
Wenn es also soooo viele Seiten schaffen, mich zu fassen, dann ist das toll. Allerdings, wohl wahr: die Seiten sind klein beschrieben, bis S700 nun, gefühlt jedoch schon1200 Seiten gelesen - man braucht nen langen Atem, ein unendlicher Spaß... Und ja, richtig, der Roman wird sehr gefeiert und wenn das nicht wäre, diese ausufernde Berichterstattung, hätt ich wohl nicht begonnen. Aber für mich ist das positiv, ich häng mich eben dran, das hält mich bei der Stange und les noch immer wieder im täglichen Blog mit, alles zusammen läßt mich nicht abdriften, sondern dabeibleiben...
...weiterlesen...
Diogenes 2008, 932 S.
Eden ist ein kleiner Ort vor den Toren Tel Avivs, mittlerweile sehr gefragt unter relativ wohlhabenden Städtern, die sich ein Leben jehnseits der städtischen Hektik wünschen. Der Name »Eden« erinnert an das Paradies, auch das Vorwort des ersten Teils des Romans geht in die Richtung »Es gibt keinerlei Verzweiflung auf der Welt« (Rabbi Nachman). Doch ganz so ist es eben nicht für die Bewohner - Yael Hedaya schreibt über eine handvoll Menschen, ihre Beziehungen, Wünsche, Sehnsüchte, Probleme, Ängste oder sexuellen Nöte.
Im Zentrum des Romans stehen vor allem Mark, Alona und ihre Kinder. Auch wenn die beiden sich vor zwei Jahren getrennt haben, wohl eher aus Vernunftgründen, so gehen sie immer noch liebevoll miteinander um, wenn nicht die Beziehung, so scheint doch die Familie weiter zu bestehen. Mark hat eine immer besserlaufende Trattoria aufgebaut und hängt immer noch sehr an Alona, die überwiegend zu Hause als Verlagslektorin arbeitet. Wirklich trennen können sie sich nicht, sehen sich ständig, telefonieren und finden doch nicht wieder so recht zueinander. Liebevoll kümmern sie sich gemeinsam um ihre beiden Kinder. In einem der ersten Kapitel um Alona war es wunderbar zu lesen, wie der Morgen beginnt, sie aufstehen, wie das Leben mit und für die Kinder ihren Alltag bestimmen. Marks Tochter aus einer früheren Beziehung, Ronny, ist mit ihren 16 Jahren dagegen mittlerweile auf der Suche nach sich selbst, nach Liebe, entdeckt die Wirrnisse der Sexualität und macht es ihren Eltern nicht gerade leicht, typische Teenagerprobleme zu ertragen und ihr Erwachsenwerden zu begleiten. Sie ist es, um die...
...weiterlesen...
Hanser 2009, 201 S.
Es geht in Philip Roths Roman »Empörung« diesmal nicht um »Alter«, wie in seinen beiden letzten Romanen »Jedermann« und »Exit Ghost«, sondern um den 19-jährigen Marcus Messner, Sohn eines koscheren Metzgers in Newark Anfang der 50er Jahre. Doch auch hier droht Tod, denn der historische Hintergrund des Buches ist der Koreakrieg, der zwar fern ist, trotzdem aber bedrohlich, denn Marcus hat die begründete Angst, in den Krieg eingezogen zu werden und auf den Schlachtfeldern zu sterben. Die einzige Möglichkeit, dem zu entkommen und zurückgestellt zu werden, ist die Ausbildung auf dem College. Als einziger Sohn, dazu hochintelligent und fleißig, ist er der Stolz seines Vaters, der alles dafür tun möchte, seinem Sohn als erstem der Familie höhere Bildung und Aufstieg zu ermöglichen. Begleitet wird dies allerdings auch von der ständigen Angst des Vaters, seinem einzigen, geliebten Sohn könne ein Unglück geschehen. Das entwickelt sich sogar zur verrückten Angst, zu Überbesorgtheit, ja sogar Überwachung.
Marcus, bisher immer der liebe, angepaßte Sohn, der auch ohne Murren zu Hause in der Metzgerei brav ausgeholfen hat, erträgt diesen väterlichen Einfluß nicht mehr und sucht sich ein anderes College, weit weg vom Zuhause und vom väterlichen Einfluß. Am neuen, sehr konservativen College in Winesburg in Ohio, versucht er zwar Musterschüler, aber unauffällig zu bleiben, tritt keiner Verbindung bei, zieht sich von allem zurück, aber gerade das schafft dann Probleme. Er bleibt eher Einzelgänger, wohnt am Ende gar abgelegen in einer schäbigen Kammer und legt sich schließlich mit dem Rektor an, weil er sich ungerecht behandelt fühlt. Daneben geht es in dem Buch natürlich auch um den Umgang mit Sexualität in den 50er Jahren. Marcus lernt die Studentin Olivia kennen, deren sexuelle Freizügigkeit, zumindest für damalige Verhältnisse, ihn zusätzlich verwirrt. Die drohende Kulisse des Koreakrieges, religiöse Bigotterie und verbogene Sexualmoral treffen im Buch aufeinander,
...weiterlesen...
Deuticke 2008, 109 S.
Das Buch beginnt mit einem Telefongespräch zwischen dem Schriftsteller, dem Ich-Erzähler und seinem Lektor, Dr. Beer. Mit diesem hat er sich nie über Privates unterhalten, immer nur über Literatur, er gilt in der Branche als überaus genau, sachlich, eher nüchtern und trocken, zumindest niemand, dem man näher kommt. Und plötzlich bietet Dr. Beer dem Schriftsteller das "Du" an, ja mehr sogar, er schlägt vor, für einige Tage zu ihm nach Hause zu kommen und im privaten Umfeld zu arbeiten, nicht im Verlag.
Dann werden in dieser Novelle nur einige wenige Szenen geschildert. Wie unerwartet führt sich dieser Lektor nun bei seiner Ankunft auf, als ihm der Wintergarten gezeigt wird. Später macht er einen Spaziergang und stößt auf einen großen, schwarzen Hund, der ihn einen langen Weg begleitet, mit dem er sich fast anfreundet. Dabei hat er doch eigentlich riesige Angst vor Hunden, deshalb muß er diese Geschichte im weiteren Verlauf auch mehrmals erzählen. In der Nacht dann ändert sich der Ton, der Autor begibt sich vor Schlaflosigkeit in die Küche, man erfährt vom Tod der Tochter, von Niedergeschlagenheit, vom quälenden Verlust. Er überlegt sich, wie er mit seinem Lektor darüber sprechen könnte, wie er das in Worte fassen könnte, wie darüber schreiben. Doch ein Gespräch wird nicht möglich.
...weiterlesen...
Klett-Cotta Verlag 2008, 864 S.
»Das Wirtshaus gehörte ihm, wie ihm auch die dritte Stille gehörte. Und das war nur recht und billig so, denn sie war die größte der dreifachen Stille und schloss die anderen ein. Sie war so tief und so weit wie der Spätherbst. Sie wog so schwer wie ein großer, vom Fluß glatt geschliffener Stein. Es war der geduldige, blumensichelnde Laut eines Mannes, der darauf wartet zu sterben.«
Mit diesem Absatz beginnt und endet Patrick Rothfuss Fantasy-Roman »Der Name des Windes«. Es geht um Kvothe, der sich von der Welt zurückgezogen hat um unentdeckt in aller Stille ein ruhiges Wirtshaus zu betreiben. Alle Energie ist aus ihm gewichen um nur noch Gastwirt zu sein und tatsächlich, so erfährt man im ersten Kapitel (und sollte man es überlesen haben, spätestens dann am Ende) dämmert er vor sich hin und scheint auf den Tod zu warten. Warum das so ist, wird allerdings Inhalt des zweiten Tages bzw. des zweiten Bandes der Fantasy-Trilogie sein. In diesem Band er zählt er, der sich nun Kote nennt, einem Chronisten seine Lebensgeschichte bzw. seine Jugend und Entwicklung zum wohl größten Arkanisten, sprich Magier, aller Zeiten. Drei Tage braucht diese Erzählung, in diesem Band also der erste Tag, die Jugend und Zeit an der Universität.
Doch von vorne. Kvothe ist Sohn fahrender Spielleute. Er lernt von Kindesbeinen an von seiner Familie das Leben auf der Straße, Menschen einzuschätzen, zu Schauspielern und vor allem die Liebe zur Musik, zur Laute. Eine Zeit lang hatte er als Lehrmeister auch einen Arkanisten, von dem er nicht nur ungeheuer viel Wissen lernte, sondern auch Ahnung um die Geheimnisse seiner Welt bekam und das erste magische Wissen. Als er einmal Zeuge wird, wie sein Lehrer den Namen des Windes rief, um in zu beherrschen und sich zu Nutze zu machen, reift sein Entschluß, selbst Arkanist zu werden und an der Universität zu studieren. Kvothe ist mehr als begabt, er brilliert geradezu auf allen Bereichen und ist von überragender Intelligenz. Doch ein Unglück führt dazu, daß er alles verliert, seine Familie ermordet wird und er sich allein, immer kurz vor dem Hungertod, durchschlagen muß. Er verdrängt die Katastrophe, vegetiert mehr als daß er lebt und "trauert" drei Jahre, ehe er wieder zu sich kommt und das Unglaubliche schafft, als völlig mittelloser und jüngster Student an der Universität angenommen zu werden.
...weiterlesen...
Rowohlt 2009, 411 S.
Weil die ersten Sätze so gut passen, seien sie hier mal zitiert:
»Es war der Sommer, als Kim die Chevette fuhr, mit J.P. zusammen war und sich das Haar wachsen ließ. Der letzte Sommer, der beste Sommer, der Sommer, von dem sie seit der achten Klasse geträumt hatten, der anhaltende Stolz und die Freude, die ältesten Schüler zu sein, die Verlängerung ihres besten Jahres... Im Herbst würden sie aufs College gehen, wo sich Kim, wenn sie sich genug Mühe gab, hoffentlich in einen anderen Menschen verwandeln würde, der geheimnisvoll und unabhängig war und nichts mehr mit Kingsville zu tun hatte.«
Kim wächst in einer amerikanischen Kleinstadt auf und freut darauf, endlich ihr eigenes Leben führen zu können, weg von den Zwängen des Zuhauses bzw. des durchschnittlichen Kleinstadtlebens. Doch ein schöner letzter Sommer bleibt ein unerfüllter Traum. Die achtzehnjährige Kim wird, nach dem Abschied von ihren Freunden um zur Arbeit zu fahren, nicht wieder zu Hause erscheinen: sie verschwindet - und bleibt verschwunden, selbst das Auto ist lange Zeit unauffindbar.
Es ist kein Krimi, es geht in dem Buch nicht darum, das Verschwinden aufzuklären, sondern es dreht sich um die Folgen dieses Verschwindens, wie gehen die Eltern damit um, die Geschwister, Freunde, Nachbarn. Wie lebt man nach der Katastrophe weiter, was verändert sich. Die Eltern beginnen sehr bald, die Suche selbst und die Hand zu nehmen und aktiv zu werden. Der Vater, indem er Menschen der Stadt zusammen trommelt und Suchtrupps organisiert um erst alle Straßen, später die Umgebung generalstabsmäßig abzusuchen. Die Mutter dagegen wendet sich an die Öffentlichkeit, Flugblätter werden gedruckt, es gibt Fernsehauftritte und Wohltätigkeitsveranstaltungen, Gedenkveranstaltungen für Kim werden organisiert.
...weiterlesen...