Jane Austen: Stolz und Vorurteil

Manesse 2003, 637 S.
OT: Pride and Prejudice (1813)
Aus dem Englischen übersetzt von Andrea Ott

Mr. und Mrs. Bennet haben 5 Töchter und vor allem für die törichte Mrs. Bennet gibt es nichts wichtigeres, als die vorteilhafte Verheiratung ihrer Töchter. Elisabeth, die älteste, lehnt den Antrag von Mr. Collins ab, da für sie eine Heirat aus nur finanziellen Erwägungen nicht hinnehmbar ist. Auch der wohlhabende und adlige Gutsbesitzer Mr. Darcy macht Elisabeth einen Antrag, doch auch diesen lehnt sie ab, da über Darcy üble Gerüchte kursieren. Es entwickeln sich diverse Verwicklungen und im Laufe des Romans gewinnt man vielfältige Einblicke in die damaligen gesellschaftlichen Konstellationen. Erst nach und nach erfährt Elisabeth die wahren Hintergründe Darcys Verhalten und seine edle Gesinnung, so daß es ihr möglich wird, ihre Vorurteile abzulegen. Auch Darcy, der anfangs Abneigung gegen die familiären Verhältnisse von Elisabeth hatte, kann seinen Stolz ablegen, so daß einem Happy End nichts mehr im Wege steht...

Am Anfang hatte ich etwas Abneigung, ich wollte weder eine Liebesschnulze noch von dem Getratsche heiratswilliger Mädchen hören. Aber der Roman ist beides nicht. Er bietet ein Porträt der damaligen Gesellschaft, aber vor allem wunderbare Unterhaltung, Verwicklungen, die sich wieder auflösen mit einem Personal, das lebendig und psychologisch einfühlsam gezeichnet ist. Nicht nur die Romanfiguren entwickeln und verändern sich, auch der Leser wird auf falsche Fährten gelockt und ist aufgefordert, Stolz oder Vorurteile in Frage zu stellen.

Ich konnte nicht anders, als das Buch in einem Rutsch durchzulesen.

30.10.2005

© Ralf 2006